Die Stärke sorgt dafür, dass die Milch fest wird. Stärke besteht aus Ketten von Glukose-Molekülen und fungiert in Pflanzenzellen als Kohlenhydratspeicher in Form von Stärkekörnern.

Querschnitt eines Maisstärkekorns im Rasterelektronenmikroskop
Die einzelnen Schichten entsprechen unterschiedlichen Formen von Amylopektin (amorph und semikristallin).
Bild: Emma Pilling and Alison Smith, John Innes Centre, Norwich UK

Aufbau eines Stärkekorns
Ein Stärkekorn besteht zu etwa 80% aus verzweigten Glukoseketten, dem wasserunlöslichen Amylopektin (daher ist Stärke in Wasser schlecht löslich). Die restlichen 20% macht die wasserlösliche Amylose aus, die in Form von zu Spiralen (Helices) geschraubten Glukoseketten vorliegt.
Bild: In Anlehnung an http://www.braukaiser.com/wiki/index.php/Carbohydrates#Starch (abgerufen am 23.05.2016)
Gelbildung
Wird die Stärke in wässriger Lösung erhitzt, kommt es zur sogenannten Verkleisterung: Wasserstoffbrücken zwischen den Molekülen lösen sich, die Stärkekörner quellen auf und die äusseren Schichten der Stärkekörner platzen auf. Amylose diffundiert ins Wasser und die Struktur des Korns wird aufgelöst. Die Lösung wird zähflüssig. Wenn die Lösung abkühlt, beginnen die nun linearen Glukoseketten der Amylose sich parallel auszurichten und formen neue Wasserstoffbrücken untereinander. Wasser lagert sich dazwischen ein und ein Gel entsteht. Dieser Prozess heisst Retrogradation und wird von Temperaturen zwischen -8 und 8 °C gefördert.
Warum wird der Pudding gekocht?
- Erkläre mit einer Skizze und fasse zusammen.
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Hast du gewusst?
Osmotischer Druck
Der osmotische Druck in einer Zelle ist von der Anzahl gelöster Teilchen abhängig. Würden die Glukosemoleküle einzeln vorliegen, statt sich zu langen Molekülen zusammenzuschliessen, wäre der osmotische Druck so stark, dass die Zelle platzen würde. Daher wird Glukose in Pflanzen in Form von Stärke, bei Tieren und beim Menschen als Glykogen in der Leber gespeichert.
Stärketüten
Aus Mais- oder Kartoffelstärke werden Tüten als ökologische Alternative zur Plastiktüte hergestellt. Es ist noch umstritten, ob die Ökobilanz dieser biobasierten Kunststoffe tatsächlich besser ausfällt. Am besten ist es, auf Einwegtüten komplett zu verzichten.