Weil das Gehirn nicht mehr weiss, ob der Körper nun ruht oder in Bewegung ist. Es vermutet eine Vergiftung und will, dass wir uns übergeben.
Der Europa-Park in Rust verloste zusammen mit SimplyScience Eintrittskarten in den Park und zu den Science Days. Um zu gewinnen, musste eine Frage rund um den Europa-Park an SimplyScience gesendet werden. Chris13 hat gefragt, warum einem beim Achterbahnfahren übel wird. Damit hat er zwei Tickets gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!
Achterbahnen schütteln uns so richtig durch. Einige Menschen können nicht genug davon kriegen, andere schauen lieber nur zu. Denn manchen Menschen wird es auf der Achterbahn übel oder sie müssen sich sogar übergeben. Das ist zwar nicht schlimm, aber weder für die Betroffenen noch für die anderen Passagiere ein Spass.
Gleichgewicht durch die Ohren
Die Übelkeit in der Achterbahn wird durch ein gestörtes Gleichgewicht verursacht. Das Gleichgewicht wird hauptsächlich über das Gleichgewichtsorgan im Innenohr kontrolliert. Das Organ hat die Aufgabe, unsere Position im Raum und unsere Drehbewegungen gegenüber der Umgebung zu registrieren. Kleine Kammern im Innenohr enthalten eine Flüssigkeit. Bewegen wir uns, verschiebt sich die Flüssigkeit und verbiegt so kleine Härchen in den Kammern. Diese Verbiegungen wertet das Gehirn aus und weiß so über die Position des Körpers Bescheid.
In einer Achterbahn wird das Gleichgewichtsorgan durch ungewohnte Bewegungen stark strapaziert und es funktioniert nicht mehr richtig. Das Gehirn hat Mühe, unsere Position im Raum zu deuten. Wie gewöhnen wir uns an Bewegungen, und ab wann ist eine Bewegung ungewohnt?
Gespeicherte Bewegungen
Jeder Mensch hat ein Bewegungsmodell. Es entsteht durch das Zusammenspiel des Gleichgewichtsorgans mit Muskeln, den Augen und anderen Sinnesorganen. Das Modell speichert unsere Bewegungen seit der Geburt und weiss deshalb sofort, wann wir sitzen, liegen oder uns bewegen. Das ermöglicht eine schnelle Koordination unserer Bewegungen und die Kontrolle über unseren Körper. Bewegungen, die wir immer wieder machen, werden durch dieses Modell beinahe „automatisiert“. Sportler, Artisten und Astronauten zum Beispiel müssen sich für ihre Tätigkeiten spezielle Bewegungsmodelle antrainieren.
Ungewohnte Bewegungen und Beschleunigungen bringen das Modell durcheinander. Es kennt die Bedingungen einer Achterbahn kaum, unser Körper hat diese Erfahrung wenig bis gar nie gemacht. Wenn wir im Achterbahn-Wagen sitzen, hat das Gehirn das Modell „keine Bewegung“ eingeschaltet. Unsere Sinnesorgane und Muskeln registrieren zwar viel Bewegung, unser Gehirn erwartet aber keine. Der Körper ist also nicht gerüstet für eine rasante Achterbahn-Fahrt mit engen Kurven, plötzlichen Beschleunigungen und Loopings.
Die Folge davon kann sein, dass das Gehirn die Informationen über Bewegungen als Fehlermeldung interpretiert und eine Vergiftung vermutet. Es werden Stresshormone ausgeschüttet, die Übelkeit auslösen und zum Erbrechen reizen.
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Die Reisekrankheit
Obwohl es keine tatsächliche Krankheit ist, nennt man diese gesunde Reaktion Reisekrankheit. Manche Menschen haben sie öfters, andere haben sie nie. Sie kann auch beim Reisen im Flugzeug, auf dem Schiff oder im Auto auftreten. Dabei kommt es sehr darauf an, wo man während der Fahrt hinschaut. Darüber erfährst Du mehr in diesem Artikel.
Der Fachbegriff für die Reisekrankheit ist Kinetose. Nicht nur körperliche, sondern auch psychische Einflüsse wie Ängste können eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen. Schlechtes oder zu viel Essen und Alkohol sind auch keine guten Begleiter auf turbulenten Reisen. Auf eine besonders heftige Achterbahn solltest du also am besten gehen, bevor du dich an eine extra große Portion Pommes machst. Alkohol ist sowieso nicht zu empfehlen.
Quelle: SimplyScience Redaktion