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AHA!

16.06.2009
  
  
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Wenn das Lesen im Auto zu Übelkeit führt, hat das seine Schutzfunktion. 
Bild: Shutterstock
Wenn das Lesen im Auto zu Übelkeit führt, hat das seine Schutzfunktion. Bild: Shutterstock

WARUM WIRD EINEM ÜBEL, WENN MAN WÄHREND DER AUTOFAHRT LIEST?

Weil das Gehirn zwei gegenteilige Meldungen darüber erhält, ob sich der Körper in Ruhe oder Bewegung befindet und eine Vergiftung vermutet.

Das Gehirn ist die Meldezentrale, in welcher über die Nervenbahnen Meldungen vom ganzen Körper zusammenlaufen und verarbeitet werden. Zu diesen Meldungen zählt auch die Information über die Körperhaltung, Orientierung des Körpers im Raum und Bewegung. Diese erhält das Gehirn einerseits von den Augen und andererseits vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr.

Normalfall: Alles passt

Das Innenohr ähnelt einer Schnecke mit drei "Fühlern", die nach hinten gebogen sind. Diese Fühler, Bogengänge genannt, sind unser Gleichgewichtsorgan. Sie enthalten eine Flüssigkeit, die sich jeweils leicht bewegt, wenn der Körper nicht ruht. Dies funktioniert wie bei einem durchsichtigen, gebogenen Schlauch, der halb mit Wasser gefüllt ist. Bewegst du ihn leicht hin und her, wirst du sehen, dass sich der Wasserspiegel der Bewegung anpasst.

Die Bogengänge erkennen die Flüssigkeitsbewegung dank Sinneszellen. Diese Zellen leiten die Information ans Gehirn weiter und ermöglichen ihm so festzustellen, ob der Körper gerade ruht oder ob (und in welche Richtung) er sich bewegt.

Zusätzlich zum Innenohr erhält das Gehirn auch über die Augen Informationen darüber, was in der Umgebung gerade passiert. Die Informationen von Augen und Innenohr stimmen im Normalfall überein.

Übelkeit durch Verwirrung

Sitzt man nun in einem sich bewegenden Fahrzeug und schaut nach vorne, melden sowohl die Augen wie auch das Gleichgewichtsorgan "Bewegung". Denn durch die Beschleunigung bewegt sich die Flüssigkeit im Innenohr und das Auge sieht die Strasse, die an einem vorbeirauscht.

Liest man aber während des Fahrens sind die Augen auf einen festen Punkt fixiert, der sich innerhalb des Fahrzeugs befindet und sich in Bezug auf den Körper nicht bewegt. Die Augen melden dem Gehirn also "Ruhezustand". Das Innenohr meldet aber weiterhin "Bewegung". Diese zwei gegenteiligen Informationen bewirken bei manchen Menschen, dass durch diese "Verwirrung" schlecht wird.

Denn das Gehirn kann die Information der beiden Sinnesorgane nicht in Einklang bringen und wittert Gefahr: Möglicherweise haben wir etwas Giftiges gegessen und das Gift beeinflusst unsere Sinne. Der Körper versucht deshalb die schädliche Stoffe loszuwerden und löst einen Brechreiz aus. Das Ergebnis: Uns ist übel!

 

Quelle: Redaktion SimplyScience